Völkerwanderung
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Die Völkerwanderung

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Ab etwa der Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. zogen die Goten, die von Skandinavien an die untere Weichsel gekommen waren, in den Schwarzmeerraum und lösten damit die erste größere germanische Wanderbewegung aus: Sie drängten die Wandalen und die Markomannen nach Süden ab, und die Burgunder nach Westen. Ebenfalls ab der Mitte des  2. Jahrhunderts wandereten die Langobarden von der Unterelbe allmählich nach Mähren und Pannonien.
Seit Beginn ihrer Wanderungen überschritten germanische Stämme - zunächst noch ohne nachhaltige Wirkung - immer wieder die Grenzen des Römischen Reiches; so drangen z.B. die Chatten um 160 über den Limes und die Markomannen 166 über die Donau vor; die Goten unternahmen um die Mitte des 3. Jahrhunderts von der unteren Donau aus Raubzüge bis nach Makedonien und Kappadokien, und etwa gleichzeitig fielen die Franken am  Niederrhein in Gallien ein und die Alemannen in Norditalien. Während der folgenden 100 Jahre lassen sich keine markanten Völkerverschiebungen beobachten; verschiedene Germanestämme wurden als Bundesgenossen (Föderaten) an den römischen Grenzen angesiedelt, und einige Germanen gelangten in Heer und Vewaltung des Römischen Reiches zu einflussreichen Positionen.
Die zweite (und eigentliche) Völkerwanderung wurde ausgelöst durch der Vorstoss der Hunnen nach Europa. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts drangen die Hunnen nach Südrußland vor, und verursachten damit Fluchtbewegungen mehrerer garmanischer Stämme und Völkerschaften, die sich wellenartig über Süd - und Westeuropa ausbreiteten.
375 besiegten die Hunnen die Ostgoten und verdrängten die Westgoten. Die Westgoten wichen ins Oströmische Reich aus, fügten 378 Kaiser Valens bei Adrianopel eine Niederlage zu, zogen dann durch den Balkan und die Peleponnes, fielen Ende des 4. Jahrhunderts unter ihrem König Alarich I. in Italien ein und nahmen 410 Rom ein. Anschliessend zogen sie nach Gallien, errichten dort im Südwesten das Tolosanische Reich(benannt nach der Hauptstadt Toulouse) und begannen auch auf die Iberische Halbinsel überzugreifen. Unter Eurich erreichte das Tolosanische Reich um 475 den Höhepunkt seiner Macht und seine größte Ausdehnung. Eurichs Nachfolger Alarich II wurde 507 von  den Franken besiegt und auf die Iberische Halbinsel als Herrschaftsbereich beschränkt; mit dem Sieg der Araber über die Westgoten 711 endete das Westgotenreich in Spanien.
Die Wandalen, ursprünglich wahescheinlich aus Jütland stammend und von den Goten in das Gebiet zwischen oberer Weichsel und Oder abgedrängt, drangen zu Beginn des 5. Jahrhunderts zusammen mit Teilen der Sweben in Gallien ein und erreichtenum 409 die Iberische Halbinsel; ab 429 wanderten sie, von den Westgoten bedrängt, unter ihrem König Geiserichnach Nordafrika ab, eroberten439 Kartago und begründeten das Wandalenreich. 455 plünderten die Wandalem Rom, und 456 eroberten sie Korsika und Sardinien. 534/35 zerschlug der byzantinische Feldherr Belisar dasWandalenreich in Nordafrika.
Unterdessen hatten die Hunnen ihren Herrschaftsbereich sukzessive erweitert; Mitte des 5. Jahrhundertsreichte er vom Kaukasus bis zu Donau Und Rhein. Unter Attila fielen sie in Gallien ein, wurden 451 von den Römern, Franken, Burgundern und Westgoten auf den Katalaunischen Feldern geschlagen und wichen 452 nach Italien aus. Nach Attilas Tod 543 zerfiel das Hunnenreich.
Im 5. Jahrhundert drangen die Franken am Niederrheinach gallien ein und besiegten unter ihrem König Chlodwig 486 den weströmischen Heermeister Syagrius und beseitigten die Reste römischer Herrschaft in Gallien. 496 besiegten sie die Alemannen, 507 die Westgoten, 532 die Thüringer, und zwischen 532 und 534 brachten sie schließlich das Burgunderreich unter ihre Herrschaft.
Die germanischen Jüten, Angeln und Sachsen wanderetn um die Mitte des 5. Jahrhunderts in Britannien ein und besetzten große Teile des Landes. 476 setzte der Germane Odoaker den letzten westgotischen Kaiser ab, und ließ sich in Italien proklamieren; 477 nahm er den Wandalen Sizilien ab. 489 besiegten die Ostgoten unter Theoderich den großen Adoaker und errichteten in Italien  das Ostgotenreich. 552 schlug der byzantinisch Feldherr Narses die Ostgoten unter Totila, und beendete damit das Ostgotenreich in Italien.
568 fielen die Langobarden von Pannonien aus unter ihrem König Alboin in Norditalien ein und errichteten hier, ohne das Byzanz es verhindern konnte, das Langobardenreich, das bis zur Eroberung durch Karl den Großen bestand.
Die germanische Völkerwanderung veränderte das Gesicht des spätantiken Europa grundlegend: Die germanischen Stämme verlagerten sich nach Westen und Süden, und  in den dadurch freiwerdenden Raum in Mttel - und  Osteuropa drängten slawische Völker nach. Die West - und Südwanderung der Germanen trug entscheidend zum Untergang des Weströmischen Reiches bei, und mündete in der Herausbildung neuer, germanisch dominierter Staatswesen auf dem Boden des ehemaligen Weströmischen Reiches. Obwohl von all den neu errichteten Staaten nur dem Westgoten - , dem Langobarden - dem angelsächsischen und vor allem dem Frankenreich eine längere Dauer beschieden war prägten die Bevölkerungsverschiebungen doch nachhaltig die politische, soziale und kulturelle Struktur des mittelalterlichen Europa. Insgesamt blieb kein römischer Stein auf dem anderen.

Die Goten

Im Jahr 238  überschritten die Goten zum ersten Mal die untere Donau und fielen in die römischen Provinzen ein. Für die römischen Zeitgenossen gehörten die Goten, die sie Geten nannten, zum untergegangenen Reitervolk der Skyten. Viele mahten sich fanatische Vorstellungen über die Herkunft der Goten.
Die Goten selber führten ihre Herkunft auf Skandinavien zurück. Ein Berater Theodorichs des Großen , Cassidorus, schrieb die erste Geschichte des Volkes. Nach seinem Bericht verließen die Goten die “Indel Skandia”, siedelten zunächst  an der pommersch-westpreußischen Küste. Generaz´tionen später zogen sie weiter in die Richtung der heutigen Ukraine.
Cassidor zählte auch die kriegerischen Amazonen zu den Goten und ließ sie auch gegen Troja kämpfen. Goten traten in seiner Geschichte auch als Söldner bei den Ägyptern und Persern auf.
Heutige Historiker leiten den Namen der Goten vom Wort Gut-thiuda (das Gotenvolk) ab, die nördlich der unteren Donau im 4. Jahrhundert siedelten. Daraus entwickelte sich der Name Gutans. Nach heutigen Forschungen stammen die Goten aus Jütland. Die skandinavische Halbinsel wird auch als Götaland bezeichnet.
Die römische Regierung versuchte die Goten dadurch zu befrieden, indem man jährliche Zahlungen an die Stämme leistete und einzelne Krieger in die römische Armee aufnahm.
251 nutzen die Goten innenpolitische Auseinandersetzungen in Konstantinopel zum Einmarsch. Dabei besiegten und töteten sie den oströmischen kaiser Decius. Weutere Kriegszüge in den Baklan und nach Kleinasien folgten. 269 endete der Siegeszug der Goten zunächst. Claudius der II. besiegte die Goten bei Thessaloniki vernichtend. Er bekam dafür den Triumphaltitel Gothicus verliehen.
Auch Kaiser Aurelian setzte die römische Siegesserie fort. Für über 100 Jahre wagten die Goten keine Kreigszüge mehr.
Zu dieser Zeit unterteileten die Goten sich in zwei “Teilvölker”, in die Westgoten und die Ostgoten.

Die Westgoten

Der Kern der gotischen Stammesgruppe  war ursprünglich in Südskandinavien beheimatet und wanderte dann über die Ostsee in das Weichselbecken aus, wo er sich um die Zeitenwende mit der ansässigen eisenzeitlichen Bevölkerung vermischte.
Ein großer Teil dieses neu entstandenen Stammesgefüges wanderte ab der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts in Richtung Schwarzmeerküste ab; dort kam es erneut zu einer Vermischung mit anderen germanischen sowie einheimischen Ethnien. Von Südrußland aus fielen die Goten ab 238 auf dem Balkan und in Kleinasien wiederholt ins Römische Reich ein, und besetzten 270 die ehemals römische Provinz Dakien. Ende des 3. Jahrhunderts teilten sich die Goten in zwei Gruppen auf: westlich des Dnjestr, zwischen Dnjestr und Donau, siedelten die Westgoten, östlich des Dnjestr bis jenseits des Don herrschten die Ostgoten.
Ab der Mitte des 4. Jahrhunderts bekannten sich die Goten, vor allem die Westgoten, zunehmend zum arianischen Christentum, zu dessen Verbreitung insbesondere der Bischog der Goten Ulfilas, der auch die Bibel ins Gotische übersetzt hatte, beitrug.
376 suchten die Westgoten unter Fritigern vor der Bedrohung durch die Hunnen Schutz beim römischen Kaiser Valens und baten um Aufnahme ins Römische Reich. Velans gestattete ihnen, sich in der römischen Provinz Moesien südlich der Donau anzusiedeln. Wenig später erhoben sich die Westgoten gegen die Römer; der Konflikt erreichte 378 seinen Höhepunkt in der Schlacht bei Adrianopel (heute Edirne), in der die Westgoten den Sieg davontrugen und Valens ums Leben kam. Theodosius I. der Große, der Nachfolger von Valens als Kaiser im Osten, schloß 382 schließlich Frieden mit den Goten, siedelte sie als Förderaten im Moesien und Thrakien an, und zog sie zum Dienst im römischen Heer heran. Seit diesem Zeitpunkt spielten die Westgoten eine wichtige Rolle im Römischen Reich.
Als Theodosis 395 starb, kündigten die Westgoten ihr Bündnis mit dem Römischen Reich auf, und erhoben Alarich zu ihrem Führer. Unter larich, der den Königstitel annahm, zogen sie in den folgenden Jahren plündernd durch den Balkan und die Peleponnes, und fielen schließlich in Italien ein. Dort wurden sie zunächst von Stilicho zurück geschlagen.
Nach dessen Tod eroberten und plünderten sie 410 die Stadt Rom, zogen dann weiter nach Süditalien, wo Alarich kurz vor der geplanten Überfahrt nach Nordafrika starb. Unter Alarichs Nachfolger Athaulf zogen sie wieder nach Norden, nach Südgallien, und anschließend nach Spanien, wo sie im Auftrag Westroms gegen die Wandalen kämpften. Unter Azhaulfs Bruder und Nachfolger Wallia erhielten die Westgoten 416 als römische Förderaten in Aquitanien Land zur Ansiedelung, und begründeten dort um ihre Hauptstadt Toulouse das Tolosanische Reich, das sie in der Folge sukzessive ausweiteten.
541 waren die Westgoten unter Theoderich als Verbündete Roms an der entscheidenden Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen die Hunnen und die Ostgoten beteiligt. Unter Eurich, einem Sohn des Theoderich, erlebte das Tolosanische Reich den Höhepunkt seiner Macht und seine größte Ausdehnung. Es erstreckte  sich bis zur Loire im Norden, zur Rhone im Osten, und über fast ganz Spanien im Süden. Mit dem Untergang des Weströmischen Reiches 476 erreichte das Tolosanische Reich seine Unabhängigkeit. Eurich übernahm viele Errungenschaften der römischen Zivilisation und ließ eine Gesetzessammlung ( Codex Euricianus) erstellen, die römische mit germanischen Elementen kombinierte. Alarich II.. der Sohn und Nachfolger Eurichs, führte 506 ein neues Gesetzbuch ein, das sogennnte Breviarium Alaricianum, das weitgehend römische Rechtsquellen übernahm, und vor allem die Vielzahl der römischen Untertanen im Westgotenreich stärker an den König binden sollte. 507 wurden die Westgoten bei Voillè von den Franken unter Chlodwig I. geschlagen; Alarich II. fiel in dieser Schlacht, und die Westgoten verloren fast ganz Aquitanien.
Das nun auf Spanien beschränkte Westgotenreich mit der Hauptstadt Toledo hatte sich mit Kämpfen zwischen König und Adel im Inneren, und Bedrohung von ausen auseinander zu setzten. Mitte des 6. Jahrhundertseroberten die Byzantiner den Süden, konnten jedoch wenig später wieder verdrängt werden, und 585 eroberten die Westgoten das Swebenreich im Nordwesten der Iberischen Halbinsel.
587 trat der westgotische König Rakkared I. vom Adrianismus zum Katholizismus über und leitete damit, sowie mit der Zulassung von Mischehen zwischen Westgoten und Romanen eine rasche Romanisierung der Westgoten ein. Mitte des 7. Jahrhunderts erließ schließlich König Rekkeswind mit dem Lieber Iudicourum oder Lex Visigothorum ein einheitiches Recht für Westgoten und Romanen.
711 besiegten die Mauren den letzten westgotischen König Roderich in der Schlacht am Rio Barbate und besiegelten das Ende de Westgotischenreiches in Spanien.

Die Angelsachsen

Angelsachsen nennen sich die germanischen Stämme, die im 5. und 6. Jahrhundert aus den Küstenländern der Nordsee zwischen den Niederlanden und Norwegen auf die Britischen Inseln eingewanderten, das britische Tiefland eroberten und die dort siedelnden Kelten verdrängten.
In seiner Historia Ecclessiastica Gentis Anglorum (Kirchengeschichte des englischen Volkes) nennt der englische Geschichtsschreiber Beda die Sachsen, Angeln und Jüten als die drei wichtigesten Stämme.
Lau Beda siedelten sich die aus Jütland stammenden Jüten in zwei relativ kleinen Regionen an: in Kent östlich des Flußes Medway, im südlichen Teil von Hampshire und auf der Insel Wight. Die Angeln, von denen der Name England abgeleitet ist, kamen aus dem Gebiet des heutigen Schlewig-Holstein und von der dänischen Insel Fyn (Fünen), und eroberten von East Anglia und den östlichen Midlands bis nach Edinburgh im Norden einen Großteil des Ostens von Britannien.
Die Sachsen aus dem Gebiet zwischen den Unterläufen von Weser und  Elbe besiedelten Südengland westlich des Flußes Mrdway, das Themsetal und den Westen der Midlands entlang des Avon in Warwickshire.
Bedas Darstellung vereinfacht hier allerdings einen äusserst komplexen Vorgang. Archäoloischen Funden zufolgeließen sich die germanischen Einwanderer nicht, oder nicht ausschließlich getrennt nach Stämmen nieder, vielmehr läßt sich in weiten Teilen Süd - und Ostbritanniens eine angelsächsische Mischbevölkerung nachweisen. Auf der anderen Seite bestätigen Funde südskandinavischen Ursprungs in Kent, das hier tatsächlich Jüten siedelten. Ortsnamen und archäologische Funde verweisen auch auf andere germanische Völker, wie z.B. Friesen, Franken und Thüringer, die aber in einem wesentlich kleineren Umfang an den Einwqnderungen beteiligt waren, und für das späte 5. Jahrhundert lassen sich auch Einflüße aus Westskandinavien, insbesondere Norwegen, nachweisen.
Die angelsächsischen Einwanderer verehrten germanische Götter wie z.B. Woatan, Donar (Thor) und Tiu (Tyr); die englischen Wochentage Wednesday, Thursday und Tuesday erinnern heute noch daran. Erst mit Augustinus von Canterbury begann 597 in Kent allmählich die Christianisierung durch Missionare aus dem Frankenreich, aus Irland und aus Rom, die Ende des 7. Jahrhunderts im wesentlichen vollendet war. Umgekehrt missionierten dann im 8. Jahrhundert angelsächsische Mönche auf dem Festland, insbesondere im Ostteil des Frankenreiches.
Die angelsächsischen Herrscher sahen sich selbst als Könige der Angeln (Engländer), während ihre keltischenNachbarn sich als Sachsen bezeichneten. Die Namen einiger angelsächsischer Königreiche haben sich bis heute in den Namen englischer Grafschaften oder Reginen erhalten, wie z.B. Essex, Middelsex, Sussex, Wessex, Kent Lindsay und Northumbria. Im 7. Jahrhundert bestand ein Nebeneinander von relativ starken, unabhängigen regionalen Königreichen und kleineren politishcen Einheiten. Aus dem Kapf um die Vorherrschaft in England, der vor allem zwischen den Königreichen Mercia und Nordumbria ausgetragen wurde, ging im 8. Jahrhundert Marcia als Vormacht hervor. König Offa von Mercia gilt als erster König von England.
Im 9. Jahrhundert unterwarfen dänische Wikinge die Königreiche Nothumbria, East Anglia und Mercia. Nur das Königreich Wessex wurde berschont, und unter Alfred dem Großen und seinen Nachfolgern konnte der dänisch besetze Teil von England wieder zurück erobert werden.  Mitte des 10. Jahrhunderts hatte sich in England ein vereintes Königreich harsugebildet. Im frühen 11. Jahthundert kam England für eine kurze Zeit unter die Herrschaft des dänischen Königs Knut II. und seiner unmittelbaren Nachfolger, aber mit Eduart dem Bekener gelangte 1042 wieder ein angelsächsischer Herrscher auf den englischen Thron. Der letzte angelsächsische König war Harold II. Godwinson. Mit Hatold endete die Periode der angelsächsischen Könige Englands und die der normannischen begann.
Die frühen Zeugnisse angelsächsischer Literatur stammen aus dem 7. Jahrhundert. Auf König Alfred von Wessex sol die Chronik zurückgehen, eine wichtige Textsammlung und Geschichtsquelle für die Zeit zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert. Die frühe angelsächsische Kunst übernahm mit Vorliebe Tiermotive aus der skandinavischen Kunst, die im 7. und 8. Jahrhundert mit keltischen Motiven und figürlichen Motiven dem mediterranen Raum verbunden wurden. Tierdarstellungen wurden bis zum 9. Jahrhundert weiterentwickelt. Die spätangelsächsische Kunst zeichnet sich durch reich verzierte mediterane Pflanzenornmente aus. Die angelsächsische Architektur, von der nur wenige Zeugnisse aus dem 7. Jahrhundert erhalten sind, wurde allmahlich von der Romanik verdrängt
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Die Langobarden

Die Langobarden sind ein germanischer Stamm, der um die Zeitenwende an der unteren Elbesiedelte und nach seiner eigenen, archäologisch nicht verifizierbaren Überlieferung ursprünglich aus Skandinavien stammte.
Um die Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. drang ein Teil der Langobarden über Mähren in Pannonien (Ungarn) ein, und man nimmt an, das sich bis zum 5. Jahrhundert weitere Elbgermanen unter der Führung der Langobarden in Mähren, nördlich der Donau, ansiedelten. Aus diesen verschiedenen Ethnien hat sich wahrscheinlich ab dem 5. Jahrhundert ein neuer langobardischer Stamm herausgebildet.
Seit Anfang des 6. Jahrhunderts drangen die Langobarden verstärkt über die Donau vor und dehnten ihren Siedlungs - Herrschaftsraum über Oberpannonien aus. Unter dem Drück der Awaren aus dem Osten verließen die Langobarden 568 ihr Gebiet und wandten sich unter ihrem König Alboin in Richtng Italien. Sie besetzten die Lombardei und errichteten hier das Langobardenreich mit der Hauptstadt Pavia; später kamen noch Eroberungen in Mittel - und Süditalien hinzu.
Anfang des 7. Jahrhunderts traten die Langobarden unter Agilulf vom arianischen Glauben zum Katholizismus über und trugen damit wesentlich zur Konsolodierung ihrer Herrschaft in Italien bei. In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts errichte das Langobardenreich unter ihren Königen Liutprand und Aistulf den Höhepunkt seiner Macht und seine größte Ausdehnung. 773 / 74 eroberte Karl der Große das Langobardenreich, das nun mit dem Fränkischen Reich vereinigt und 951 durch Otto I. mit dem Heiligen Römischen Reich verbunden wurde. Das Herzogtum Benevent im Süden blieb vorerst selbstständig, bis es im 11. jJahrhundert unter normannische Herrschaft kam
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Die Hunnen

Woher kamen die Hunnen? Wer waren ihre Urväter?
Zwei Fragen die sich nur schwer beantworten lassen. Es gibt viele Berichte über barbarische Normadenvölker, mit denen sich das chinesische Reich auseinandersetzen mußte, zum Beispiel das Volk der Hung-no, die die Chinesen lange Zeit terrorisierten, bis sie vertrieben werden konnten. Oder aber die Vernichtung eines Nomadenreiches 36/35 v.Chr. durch die Chinesen, welche mit der Vertreibung der Normaden aus Turkestan und der Dzungarei endete. Da die Hunnen ihre Geschichte nicht schriftlich festhielten, können wir nicht genau sagen, ob eines dieser Völker vielleicht den späteren Stamm der Hunnen bildete, wobei die Hung-no ein barbarisches chinesisches Volk waren, während die anderen Stämmeeher Turkstämme waren.Es scheint auf Grund der Verwandschaft der Lebensart allerdings wahrscheinlich.
Im Jahre 374 fegten die Hunnenaus der russischen Steppe über die in der Nähe des schwarzen Meeres ansässigen Alanen und unterwarfen sie. Bei beiden Völkern handelte es sich um kriegerische Nomadenstämme, weshalb die Alanen nur ein Jahr später auf der Seite der Hunnen an der Unterwerfung der Ostgoten teilnahmen.
Aber was war nun so erschreckend und dämonisch an den Hunnen?
Warum waren sowohl Römer, als auch Germanen ihnen gegenüber so wehrlos und ließen sich Opferlämmern gleich von ihnen hinschlachten?
Die Art der Kampfführung war neu und erfolgreich. Sie kämpften vom Rücken ihrer Pferde aus, Infanterie war ihnen unbekannt. Sie waren hervorragende Reiter und vermochten aus ihren Sätteln heraus einen gezielten Pfeilhagel auf den Feind niedergehen zu lassen. Überhaupt waren ihre Sattelkonstruktionen eine Neuheit, denn so sicher wie die Hunnen saß kein anderer zeitgenössischer Kavallerist zu Pferde. Auch ihre Bögen waren viel leistungsfähiger und treggsicherer als alles bisher dagewesende.
Ihr Aussehen, von Natur aus nichteuropäisch und fremdländisch, veränderten die Hunnen, indem sie die weichen Schädelknochen ihrer Kinder deformierten und sie in die sogenannte “Turmschädelform”, welche auch bie den Ostgoten bekannt war, pressten. Auch die Nasen der Kinder wurden plattgedrückt, damit sie besser unter  die hunnischen Helme passten. Angeblich wurden Säuglingen sogar die Wangen zerschnitten, um Bartwuchs zu unterdrücken. Dieses Aussehen brachte den Hunnen den Ruf einer dämonischen Herkunft ein, von Dämonen und Hexen in den Sümpfen von Rußlands gezeugt, und ließ etliche Zeitgenossen vermuten, das sie eine Geissel Gottes waren.
Die Hunnen kämpften in kleinen, beweglichen Einheiten von 500 - 1000 Mann und fielen unter schrecklichen Kriegsgeheul über die geordneten Truppen her, so das diese auseinanderspritzten und der Vernichtung beitrugen
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Die Franken

Die beiden Hauptgruppen der Franken waren die Salier und die Rheinfranken bzw. Ripuarier. Die Rheinfranken siedelten am Niederrhein um den Herrschaftsschwerpunkt Köln. Die Salier drangen nach Westen über den Niederrhein nach Toxandrien vor, wurden dort von Kaiser Julian 358 besiegt und in Toxandirien als römische Bundesgenossen angesiedelt. In der Folge dienten sie vielfach dem römischen Heer und dehnten ihr Siedlungsgebiet in Nordgallien kontinuierlch. Sie standen unter der Herrschaft merowingischer Kleinkönige.
Der merowingische König Childerich (gestorben 482 ) stand noch in einem Förderaten-Verhältnis zu den Römern. Sein Soh und Nachfolger Chlodwig I. besiegte 486 den letzten römischen Befehlshaber in Gallien, Syagrius, beendete damit entgültig die römische Herrschaft in Gallien und nahm das Gebiet zwischen Somme und Loire in Besitz. Anschließend unterwarf er die Alemannen, die Burgunder, die Westgoten in Aquitanien und die Rheinfranken. Zuletzt erstreckte sich Chlodwigs Königreich von den Pyrenäen bis Friesland, und vom Atlantik bis zum Main. Chlodwig nahm 496 den christlichen Glauben an; damit begann die enge Verbindung zwischen fränkischen Königtum und Papsttum.
Nach dem Tod Chlodwigs wurde das Königreich unter seinen vier Söhnen aufgeteilt. Im 6. Jahrhundert erfuhr das Reich weitere Teilungen und Wiedervereinigungen, bis schließlich Chlotar II. 613 das Reich, das sich nun auch tief in rechtsrheinisches Gebiet ausgedient hatte, wiederzusammenfasste. Kurz nach seinem  Tod verloren die merowingischen Könige jedoch ihre Macht zunehmend an die Hausmeier. Im östlichen Teil des Frankenreiches, in Austrasien, begann der Aufstieg der Karolinger, die über 100 Jahre die Hausmeier stellten und über das Reich herrschen wie Könige. 687 siegte Pippin II., der Mittlere, der karolinische Hausmaier von Asutasien, über die Heere von Neustrien und Burgund, und beherrschte als hausmeier nun das gesamte Fränkische Reich. Sein Sohn Karl Martell dehnte das Reich nach Osten aus und wehrte 732 in der Schlacht bei Tours und Poitiers die Mauren ab. Die Macht der Franken erreichte ihren Höhepunkt unter dem Enkel von Karl Martell, Karl dem Großen, der zu seiner Zeit der mächtigste Herrscher Europas war. Am 25. Dezember 800 wurde er von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Nach erneuten Reichsteilungen unter Karls Nachfolgern entwickelte sich der linksrheinische Teil des Krolingerreiches zum Königreich Frankreich, dessen Name auf die Franken zurückgeht; im Ostteil des reiches überlebte  der Name Franken als Bezeichnung für die Rhein - Main - Region
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Die Burgunder

Die Urheimat der Burgunder war das westliche Schweden und die Insel Bornholm. Im ersten und zweiten Jahrhundert n.Chr. siedelten sie zwischen der Weichsel und der Oder. Sie wanderten unter dem Druck der Goten um 150 n.Chr. die Weichsel aufwärts über die Niederlausitz nach Niederschlesien. Um 278 n.Chr. wanderten die Burgunder zunächst weiter südlich, dann westwärts und stießen schließlich auf den römischen Grenzwall. Es kam zum Kampf mit den Römern, von denen sie besiegt wurden. Sie verdrängten um 290 die Alemannen am Main. Als die Römer im Dezember 406 n.Chr. die Rheingrenze räumten, überschritten die Burgunder zusammen mit den Vandalen den Rhein.

Die Vandalen

Das ostgermanische Volk der vandalen siedelte ursprünglich in Nordjütland und Mittelschweden. Um 100 n.Chr. wanderten sie an der Oder entlang nach Oannonien. Gemeinsam mit den Alanen und den Schweben überquerten sie 406 n.Chr. den Rhein und gelangten 409 n.Chr. nach Gallien, von wo sie weiter nach Spanien zogen. Dort wurden sie von den Westgoten bedrängt. Die Vandalen flohen vor den Westgoten unter König Geiserich nach Nordafrika, eroberten 439 n.Chr. und begründeten dort das Wandalenreich. Die Römer erkannten ihr Reich als erstes souverän “regnum” auf Reichsboden an. Die Vandalenflotte herrschte über den ganzen Mitelmeerraum.

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